John Wick

Alte Männer und ihre Action-Midlife-Crisis. Der nächste Kandidat: Keanu Reeves als Auftragskiller John Wick, der den Tod seines Hundes (das letzte Geschenk seiner verstorbenen Frau) rächen will und sich mit der halben New Yorker Unterwelt anlegt.
Einen kurzweiligen, straighten, schnörkellosen Actioner bringt Regieneuling Chad Stahelski auf die Leinwand. Seine Arbeit als Stunt Coordinator lässt sich schwer verleugnen, nehmen die Kampfszenen doch einen Großteil der Laufzeit ein. Leider sind diese recht reptitiv, es fehlen die wow-Effekte, deshalb problembehaftet, besteht der Film im Grunde nur aus Kloppereien. Einerseits sticht der Verzicht auf jeglichen Ballast positiv hervor, doch bleibt die Spannungskurve auf einem niedrigen Level, während die Schauwerte nicht immer überzeugen können.
Im Grunde retten Reeves und Michael Nyqvist den Film mit Präsenz und Obsession. Deren Fern-Duell bringt das nötige Feuer mit, um den Film ein wenig aufzuheizen.
Warum ein John Leguziamo, eine Bridget Moynahan, ein Ian McShane und ein Willem Dafoe in Kleinstrollen verheizt werden, bleibt unschlüssig.
Stahelski wollte wohl zu sehr auf old-school machen, zu sehr sich an den Neesons orientieren, dass die eigene Handschrift, so denn vorhanden, abgeht. Auch ein Subtext oder überhaupt eine Ebene die über das Gezeigte hinausgeht, wird vermisst. Da bieten weder Figuren noch Story einen vernünftigen Unterbau und wenn auch das Visuelle nicht gänzlich überzeugt, bleibt am Ende zwar kurzweilige Unterhaltung, deren Halbwertzeit die Laufzeit des Films nicht übersteigt.
Das mag sich im zweiten Teil ändern.
Vielleicht klauen dann böse Buben seinen Hamster.

The Slap

Der vierzigste Geburtstag von Hector läuft nicht so ganz wie erwartet. Neben den üblichen Nickeligkeiten unter den Kindern und Pertygästen verpasst Hectors Cousin Harry, Rosies Sohn Hugo eine Ohrfeige. Und bringt somit das Leben aller Protagonisten gehörig durcheinander.
Rosie und ihr Mann Gary strengen eine Klage gegen Harry an, Hector und seine Frau Aisha sitzen als deren Freunde zwischen den Stühlen. Zu allem Überdruss wird Hector vom Schulfreund des Kindermädchens der Vergewaltigung an diesem bezichtigt.
Acht Episoden des australischen Dramas lang steht jeweils eine andere Figur im Mittelpunkt, während die Geschichte fortgeführt wird.
Formal als Familiendrama angelegt, bietet The Slap nicht nur eine Einsicht in vermeintlich heile Beziehungswelten, in den Konflikten offenbaren sich zusehends die kulturellen, gesellschaftlichen Differenzen. Die Umsetzung verzichtet weitestgehend auf Stereotype, bietet dagegen ambivalente Charaktere, die nachvollziehbar und glaubwürdig agieren.
Im Kern bleibt die Frage: wie fragil sind Freundschaften, wenn sie so schnell auseinderbrechen und in Feindschaft umschlagen? Wenn die Lawine ins Rollen gebracht wurde, bleibt kaum eine Möglichkeit diese aufzuhalten. Dann werden die Figuren in Stellung gebracht, Verbündete gesucht um die Schlacht zu schlagen und sei es nur vor Gericht.
The Slap zeigt minutiös, detailreich das Auseinanderbrechen von Familien und Freundschaften. Der Weg zurück, Vertrauen neu zu gewinnen, ist mühsam und langwierig.

Lieblingsfilme 2014

Ungefiltert und unsortiert meine Lieblingsfilme die ich 2014 gesehen oder sogar wieder gesehen habe.

Begin Again (John Carney, USA, 2014)Clip from the movie Begin Again - Keira Knightley - A Step You Can't Take Back - YouTube - Mozilla Firefox 2015-01-08 18.58.29

Wunderbar. Natürlich sind die Anleihen an Once unverkennbar, alles ist hier größer und teurer: Stadt, Stars und Songs.
Doch kein bisschen Charme geht verloren. Die Songs sind klasse, Adam Levine nervt überraschend nicht, Knightley und Ruffalo sind phantastisch, locker flockig inszeniert. Perfekt.

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The Quatermass Xperiment

Wenn außerirdische Mächte von Astronauten Besitz ergreifen, verheißt es für den Wirt und die Menschheit wenig Gutes. Astronaut Victor Carroon kehrt nach dem einem Weltraumflug mit einem Fremdkörper zurück, der ihn allmählich zu einem Monster mutieren lässt.
Der erste Hammer Horror zeigt noch wenig der späteren Qualitäten, zu abgedroschen die Story, mit raren Spannungsmomenten ausgestattet. Hinzu kommt das wenig überzeugende Spiel der Darsteller, zudem wird auf eine Identifikationsfigur verzichtet. Weder stellt sich Mitgefühl für das Opfer der Mutation noch vermag Jack Warner als Kriminalbeamter die Zuschauer auf seine Seite ziehen.
Einzige sehenswert bleibt die Transformation des Astronauten, der zusehends Kontrolle über Körper und Geist verliert. Auch wenn das Quatermass Xperiment als Blaupause für viele nachfolgende Science Fiction- Filme diente und spätere Horrorfilme beeinflußte, ist das Werk schlecht gealtert.
Im Kontext der Hammer Filme fehlt hier noch der Witz und das Überdrehte, das die späteren Produktionen so interessant und liebenswert machten.

Quatermass Xperiment

The Angry Red Planet

Zweiter Film für den Monstermay. Klassisches Monster B-Movie, mit Anleihen an Klassikern wie The Thing from another World. Durchweg unterhaltsam, bis auf die langatmigen letzten 15 Minuten. In der Retrospektive unfreiwillig komisch, die wie eine Kreuzfahrt anmutet, inkl. Slipper und Pfeife im Raumschiff und nicht wie eine wissenschaftliche Expedition. Interessant aber die klare, fast pazifistische Botschaft. Das aggressive Vorgehen mit Maschete und Gewehr kommt bei den Marsbewohnern nicht allzu gut an und so legen sie den Menschen ans Herz doch nicht mehr wieder zu kommen.  Kurzweilige Unterhaltung mit ordentlichen Tricks, schlechten Darstellern, aber schöner Spannungskurve.

THE-ANGRY-RED-PLANET

All is lost

Nach “Gravity” nun der nächste Katastrophenfilm der sich um eine Diskussion des menschlichen Seins bemüht. Cuaron legte die Messlatte schon sehr hoch, sah den Menschen als Spielball der Naturgewalten, technisch hochgerüstet, formal als auch inhaltlich, mit Effekten gespickt und einer Protagonistin die nur mehr reagieren kann, die am Ende fast nackt, ohne technische Hilfsmittel verbunden mit Mutter Erde steht.
J.C. Chandors “All is Lost” verfolgt einen anderen Weg, mit gleichen Voraussetzungen und Zielen. Anstatt modernster Technik, erleidet Robert Redford auf seinem Segelboot Schiffbruch, kann sich nur mit provisorischen Hilfsmittel sprichwörtlich über Wasser halten. Doch auch er wird zum Spielball der Natur, wird seiner Technik immer weiter beraubt bis er allein im Wasser treibt. Beide Ursachen der Katastrophe sind menschlicher Natur, hier ein Satellit außer Kontrolle, dort ein Container der Redfords Yacht rammt und ein Loch hinein reißt. In beiden Filmen folgen den äußeren Katastrophen die kleineren Pannen die in immer bedrohlichere Szenarien münden.
Chandors nüchterne Herangehensweise, der fast vollständige Verzicht auf untermalende Musik, die Bildsprache die reduziert und ohne spekatuläre Kamerafahrten auskommt und natürlich das Spiel Redforrds der sich den Vorgaben anpasst und kaum eine Mine verzieht sei der Sturm noch so gewaltig oder die Schäden noch so groß. Reagierte Bullocks Charakter mit Panik, erscheinen die Turbulenzen die Redford erleidet fast alltäglich, seine Reaktionen sind rational, sachlich und überlegt. Nie stellt sich Panik ein. Und dennoch: trotz aller Überlegugen, trotz aller menschlichen Vernunft und Abgeklärtheit endet die Reise im Unausweichlichen.
Ein Fehler den Cuaron machte, in dem er Bullock eine kleine, unnütze Hintergundstory verpasste macht Chandor nicht. Kein Name, keine Dialoge, lediglich Hilferufe und ein Wutschrei. Die Reduzierung, weg von der Person, hin zum Lebewesen verdeutlicht die Misere in der er steckt. Jeglicher mögliche emotionale Ballast wird vermieden und somit weniger eine emotionale denn vielmehr eine intellektuelle Beziehung zur Figur hergestellt.
Die Wege sind ähnlich, die Reaktionen verschieden, doch ist das Ergebnis dasselbe. Die Natur bleibt immer Sieger. Der Mensch, trotz aller technischen Errungenschaften und des vermeintlichen Fortschritts kann nur verlieren. Und wird er gerettet (interessanterweise kämpft Frau bis zum Schluss und sei es noch so aussichtslos, der Mann hingegen gibt auf) dann nur durch glückliche Zufälle.

How To Train Your Dragon – Trailer 2

Vier Jahre nach dem ersten Teil, nun endlich der Nachfolger, der im Juni 2014 in den USA Premiere feiert. Hiccup ist vom Kind zum jungen Erwachsenen gereift, die Drachen sind bei den Wikingern eingezogen, doch lauern neue Gefahren. Die Zeit des Wartens scheint sich gelohnt zu haben, der Trailer sieht fantastisch aus, mit der bewährten Mischung aus Action und Charme.

Mega Shark is back

Nach Mega Shark nun endlich der Nachfolger. Mega Shark vs. Mecha Shark. Erinnert sowohl an Pacific Rim (to fight monsters, we created monsters of our own)
Pacifc Rim
als auch an Godzilla vs. Mechagodzilla.
mechagodzilla
Der Trailer sieht wie von The Asylum gewohnt billig, aber auch unterhaltsam aus. Immerhin wurde erneut der Hai versus Flugzeug Shot neu belebt.