Altes Geld

Ich bin ein wenig übersättigt von den immer gleichen Geschichten über die vermeintlich oder tatsächlich korrupte, skrupellose und entrückte Hautevolee. Da macht „Altes Geld“ keine Ausnahme: Asozial sind sie, inzestuös, Altnazis sowieso. Aber auch hier ist das Kleinbürgertum natürlich nicht besser.
So gut, so langweilig.
Was die Serie allerdings ein wenig sehenswerter macht als Vergleichbares sind die Manierismen und das Artifizielles der Geschichte. Die Dialoge wirken wie gestelzt, entrückt vorgetragen.  Die Bildsprache ist konsequent statisch, selten wird der Mensch außerhalb seiner Umgebung dargestellt. Und nie alleine. Immer sind Freunde oder Feinde zugegegen. Ein wirkliches Gefühl der Ruhe, der Freiheit stellt sich für niemanden ein. Der latente Druck Dritter immer präsent. Das fördert den Aufbau eines eigenen Kosmos, der bewusst wenig mit der Realität zu tun hat, dadurch stehen Szenen außerhalb dieses Kosmos quer.  Dieser Bruch wird narrativ leider nicht elegant gelöst und so wirken diese Stränge wie Fremdkörper. Der zwar nur auf lediglich 8 Folgen konzipierte Serie, geht allerdings zur Hälfte die Luft aus und die eigentlich bemerkenswerte Umsetzung verkommt zum Selbstzweck.
Schad is des.