Die Tierhorrofilme der 50er Jahre zeichneten sich vor allem durch ihre Monstrositäten aus, hervorgerufen durch Außerirdische oder verunglückte Elemente, in den 70ern standen die Auswirkungen auf die Umwelt im Vordergrund, oft genug erhöhte sich nun schlicht die Masse der bedrohenden Tiere. "Black Water" bietet nun einfach ein ziemlich schlecht gelauntes Krokodil.
Lee, ihr ältere Schwester Grace und deren Ehemann Adam beschließen auf ihrem Urlaubstrip, in den Mangroven Nord Australiens Angeln zu gehen. Tief in den Wäldern, mit ihrem Führer Jim, in einem kleinen Motorboot greift sie unverrichteter Dinge ein Krokodil an, bringt das Boot zum kentern und greift sich Jim gleich mal als Vorspeise. Die drei können sich in letzter Sekunde auf einen Baum retten.
"Black Water" bietet Tierhorror der gehobeneren Art. Eine stimmige Auseinandersetzung von Großstädtern mit ungezügelter Natur, die an "Southern Comfort" erinnert. Beraubt jeglicher technischer Errungenschaft (Mobiltelefon, Mückenspray) blieben Bonuskarten für den Coffeeshop, versuchen die drei einen Weg aus dem Sumpf zu finden. Das Krokodil als Repräsentant einer fremden und feindlichen Umwelt, die keine Fehler zulässt, nur auf das Recht des Stärkeren beruht.
Das Regisseuren-Duo David Nerlich und Andrew Traucki setzten ganz auf die visuelle Kraft des Sumpfes. Wasser und Bäume. Gefahr und Sicherheit. Die Drohkulisse die das Wasser widerspiegelt, die feindliche Umgebung in der jede Hilfe, jedes Motorengeräusch durch einen schrillen Vogellaut erwidert wirkt kann vollends überzeugen. Lediglich das nicht gänzlich stringente Ende, das fast alle vorherigen Behauptungen über Bord wirft enttäuscht ein wenig, dies mag wohl den "based on real events" geschuldet sein.