Eine Gesetzmäßigkeit der Filmindustrie lautet: Ein Autor lässt gefälligst die Finger von der eigenen Verfilmung. Es scheint, dass Clive Barker die rühmliche Ausnahme darstellt, schon in seinem 1987 verfilmten Hellraiser machte er als Autor und Regisseur mehr richtig als falsch und drei Jahre später, gelang ihm mit Nightbreed erneut eine ganz ansehnliche Inszenierung. Erzählt wird die Geschichte des Aaron Boone (Craig Sheffer), von Visionen geplagt, die ihm grausame Morde und einen immer wiederkehrend Ort namens Midian zeigen, der von Monstern unterschiedlicher Ausprägung bevölkert wird. Da sein Psychiater (David Cronenberg) glaubt, dass Boone die Morde selbst begangen hat befindet er sich bald auf der Flucht und auf der Suche nach Midian.
In seinen Büchern zeigt Barker immer großes Mitgefühl mit seinen Monstern, die im schlimmsten Fall ihre eigene Art gegen die Menschen

verteidigen wollen oder müssen, aber meist einfach nur ihr Ruhe haben wollen. So auch in Nightbreed. Filmisch schwer einzuordnen tangiert Nightbreed das Fantasy-, Splatter-, Horror- und Thrillergenre. Diese, wenn auch artverwandte Mischung ist auch sein größter Nachteil, zu ambivalent und teilweise unausgegoren wirkt Nightbreed, der eine stringente Linie abseits der Action vermissen lässt. So bleibt ein Subtexte, abseits der offensichtlichen Botschaft (Akzeptanz und Toleranz) leider auf der Strecke. Gerade von Barker selbst wäre hier mehr zu erwarten gewesen, anstatt auf plumpen Splatter zu setzen, dies mag man aber auch dem finalen Schnitt in Verantwortung stellen, da 20th Century Fox gut zwanzig Minuten kürzte. Und dennoch ist Nightbreed auch 18 Jahre nach seiner Entstehung sehenswert. Geschuldet ist dies vor allem den wunderbaren Masken und Figuren und den gut aufgelegten Darstellern, allen voran David Cronenberg, der die Rolle des Psychiater/Killers mit sichtlicher Freude ausfüllt und einer ohne Längen auskommenden Umsetzung. Da stört die wirre und fast schon unbeholfene Regie auch nicht mehr.