Zwei Jahre nach Romeros Land of the Dead, nun ein erneuter Versuch seinen geliebten Zombies wieder Leben einzuhauchen. Und da hat sich Romero was originelles ausgedacht: eine handvoll Studenten filmt mit einer Handkamera ihre ersten Begegnungen mit den Untoten. Und als Bonus gibt es Medienkritik obendrauf. Leider ist die Umsetzung gewohnt grobschlächtig und vorhersehbar. Wenn alte Männer versuchen die Welt zu erklären, explizit die zunehmende Medienmacht, die Ausbreitung auf immer privatere Beriche des Lebens dann meist von einer Warte aus, die gut 30,40 Jahre zurückliegt.
Eine derartige Sicht muss nicht müßig sein, erscheint aber schlicht und ergreifend veraltet und wenn der Kritiker sich nicht mit der Materie befasst, dagegen den Holzhammer auspackt und den Zuschauer durchgängig nervt. Schon zu Beginn fallen die unterdurchschnittlichen Darsteller auf, vermutet man diese eher in billigen Nu Image Filmchen, immerhin die Zombies sind im Vergleich zum Vorgänger wieder auf

Normalmaß geschrumpft, sprich wenig intelligent und nur schlurfend nach neuem Fleisch unterwegs. Die formale Umsetzung ist im Gegensatz zu „Land of the Dead“ nochmals ein gutes Stück schlechter. Nie bekommt der Film auch nur ansatzweise die Kurve sich auch nur ein jota für die Geschichte oder deren Protagonisten zu interessieren, zu stückhaft sind die Szenen aneinandergereiht, neue Gruppenmitglieder tauchen auf oder werden getötet, weder auf intellektueller, noch auf empathischer Ebene interessiert man sich für deren Schicksal. Weder sorgen die spassigen Auflockerungen, noch die leider uninspirierten Schockmomente für Spannung oder Unterhaltung, zu zusammenhangslos werden diese eingestreut, sind dementsprechend auch schnell wieder vergessen. So vergehen keine 15 Minuten in der nicht der Einsatz der Handkamera selbst thematisiert wird. „If it's not on Film, it doesn't happen“, Höhepunkte sind private Streitgespräche vor der Kamera und Entscheidung einer guten Freundin zu helfen oder doch lieber mit der Kamera draufzuhalten während diese vom Zombie verfolgt wird. Wie ein Mockumentary effektiver und weniger nervig eingesetzt wird, in dem man dies eben kaum zur Sprache bringt zeigte bspw. „Cloverfield“ wesentlich unprätentiöser. Romeros Absicht nicht nur Kritik an der Allgegenwärtigkeit der Medien zu üben, vielmehr die komplette Überwachung einer Gesllschaft zur Sprache zu bringen scheitert grandios. Da ist kein Fünkchen Witz oder Doppelbödigkeit vorhanden, keine satirische Überspitzung, nicht den Hauch einer ernsthaften Auseinandersetzung. Regelmässig flimmern Newsflicks über diverse Bildschirme, die ein verfälschtes Bild der Wahrheit zeigen, indessen der „Held“ seinen Film bei myspace hochlädt um der Welt die Augen zu öffnen. “It used to be us against us. Now it’s us against them, except they’re us.“ Große Worte leichtfertig ausgesprochen. Romero versuchte sich ja immer wieder als grosser Gesellschaftskritiker und selten ist es ihm gelungen einen wirklichen Beitrag zu leisten, zu hohl sind seine Phrasen, die nicht mehr sind als die eben jener Menschen die er zu kritisieren versucht. „Are we really worth saving? You tell me.“ Wenn die Zukunft nur solche Filme bereithält, dann ist jede Apokalypse willkommen.