The Dish dürfte wohl eine der langweiligsten wahren Begebenheiten der Filmgeschichte behandeln. Da steht nun ein Radioteleskop im australischen Outback, wo sich Schaf und Känguru gute Nacht sagen und ist erstaunlicherweise für die Fernsehbilder der ersten Mondlandung verantwortlich. Unter diesen spannenden Voraussetzungen versammelte Regisseur Rob Sitch eine handvoll (meist) unbekannter Schauspieler inklusive Sam Neill als Hauptdarsteller um die Geschichte zu verfilmen. Herausgekommen ist einer der erfolgreichsten Filme in Australien.
Natürlich wurden schon einige qualitativ herausragende „gute Laune Filme“ gedreht, sei es „Ned Devine“ oder „Station Agent“, die oft mit einer leicht abgedrehten Story unverhohlen darauf abzielen, dem Zuschauer ein breites Grinsen auf das Gesicht zu zaubern. The Dish geht nicht unbedingt mit dieser Prämisse an den Start. Hier wird zunächst einmal eine reale Geschichte, mehr oder minder, wahrheitsgetreu nacherzählt. Eine Stadt die mit den Widrigkeiten und Problemen einer Kleinstadt Ende der 60er Jahre kämpfen hat, und dann auch noch die

Bürde zu tragen hat, die komplette Erde mit dem wichtigsten Ereignis des kompletten Jahrzehnts zu versorgen. Als Bürgermeister Robert McIntyre von der NASA erfährt, dass seine kleine Stadt den Auftrag erhält die Fernsehsignale der ersten Mondlandung, mittels des örtlichen Radioteleskops zu übertragen, stellt dies seine Stadt auf den Kopf.
The Dish bietet nicht nur eine Abfolge der Ereignisse, zeigt vielmehr wie Veränderungen, dazu noch mediale Expositioneine Stadt komplett auf den Kopf zu stellen vermag. Sitch gibt ein eher gemächliches Tempo vor, er verlässt sich weitestgehend auf deine Figuren und ihre Interaktionen. Als ruhender Pol dient vor allem Sam Neill, der als Leiter des Observatoriumsdie väterliche Figur gibt, während seine Mitarbeiter mit einem Nasa-Gesandten streiten, des Bürgermeisters militaristischer Sohn die Dorfschönheit anmacht und er selbst dem Größenwahn anehim fällt. Sitch inszeniert mit einer Leichtigkeit und Präzision die fast meisterlich gelingt. Er vermag es einer mehr oder minder langweiliger und vor allem auf technischen Grundlagen basierenden Geschichte Leben einzuhauchen, obwohl die Protagonisten alles andere als charakterliche Schwergewichte darstellen und asl Stereotype mit leichten Abwandlungen erscheinen. Doch wenn sich Sam Neill zu Thunderclap Newmans „Somethin in the Air“ auf der Schüssel spazierengeht, das grosse Fest zugunsten des Ereignisses kurz vor dem Kollaps steht, versprüht The Dish diese kleinen magischen Momente von denen viele träumen, aber selten erreichen und sorgt für ein tagelang anhaltendes Dauergrinsen im Gesicht des Zuschauers.