Eine Vertiefung der Beziehung zu M.J., wird vielleicht Harry Osborn seinen Rachegelüsten an Spiderman nachkommen können und angesichts gleicher dreier Feinde war zudem mit einem erhöhten Actionanteil zu rechnen. Das Ergebnis ist leider ein völlig unausgegorener Mix aus willkürlichen Actionszenen, miesen Tricks und unmotivierten Charakteren. Für Peter Parker (Tobey Maguire) kann es kaum besser laufen: er

ist glücklich mit Mary Jane Watson (Kirsten Dunst) liiert, sein Superheldentum beschert ihm Ruhm und Ehre und ein Bösewicht aus Sand droht nicht auch zum Problem werden. Indessen belastet MJs Erfolglosigkeit ihr Verhältnis, viel lieber turnt Parker auf Veranstaltungen zu Spider-Mans Ehren herum, als sich ernsthaft um die Verbesserung ihrer Freundschaft zu kümmern und so sucht MJ ausgerechnet Trost bei Harry Osborn. In dieser Zeit kann Peter Parker nun Bekanntschaft mit seinem bösen Ich machen, hervorgerufen durch eine fremde Materie die ihn befällt. Doch erst aufgrund dieser Verwandlung ist es ihm möglich den Sandmann angemessen zu jagen. Nicht genug spielt Harry Mary Jane gegen Peter aus, so dass er fortan an mehreren Fronten zu kämpfen hat, doch kaum konnte er die böse Masse, die ihn infiziert hat loswerden, tritt schon das nächste Problem auf den Plan, denn ausgerechnet Eddie Brock (Topher Grace), Parkers neuer Konkurrent beim Daily Bugle wird davon befallen und verwandelt sich in Venom. Zu allem Überfluss verbündet dieser sich auch mit dem noch flüchtigem Sandmann um: natürlich MJ zu entführen. Spider-Man sieht sich nun gezwungen, die alte Freundschaft mit Harry zu erneurn, um MJ zu retten.
Ob Sam Raimi aufgrund der Kritik am 2. Teil oder den Plot schon auf diese Weise plante ist zwar offen, doch versucht er alle Register zu ziehen: Mary Janes und Peters Beziehung voranzutreiben, dazu sollten sich mehr und ausgewogenere Actionszenen gesellen, gepaart mit gleich einer handvoll Gegnern, einen Blick auf Spider-Mans dunkle Seite und natürlich auf eine Vertiefung der Charaktere eingehen. Das Erstaunliche ist: Raimi versagt in allen Bereichen. Die Handlung ist an Konstruiertheit und Vorhersehbarkeit kaum zu überbieten. Geradezu hanebüchen erscheint der Auftritt des Sandmanns, der zu allem Überfluss noch an Onkel Ben Parkers Tod Schuld hat. Offenkundig belegt durch mannigfaltige Rückblenden. Geradezu lächerlich dagegen gestaltet sich Spider-Mans Hinwendung zu seiner bösen Seite. Doch welche Verwandlung genau? Festzumachen lediglich an einem witzlosen, rüpelhaften Verhalten,

leicht gesteigertem Selbstbewusstsein und einer kecken Ponyfrisur. Keine wirkliche Auseinandersetzung oder nur ansatzweise subtile Reise in Peter Parkers Psyche, keine Konfrontation mit seinen Ängsten. Zu allem Überdruss fehlt auch nicht die inzwischen obligatorische Entführung MJs. Gerade Raimi sollte nun wissen, dass in Autos entführte, schreiende Frauen nun wirklich überholt sind. Alle Handlungsstränge weisen kaum logische und nachvollziehbare Verbindungen auf, vieles bleibt lose im Raum, ein roter Faden der über knapp drei Stunden trägt, ist nicht auszumachen. Zeichnete sich der erste Teil noch durch die Verspieltheit und Lockerheit aus, wirkte hier die komplette Inszenierung komplett schwerfällig, bemüht und nicht mehr als eine schlechte Kopie der Vorgänger. Richtig ärgerlich sind dann auch die teilweise furchtbar altbackenen Dialoge, die in ihrer Biederkeit schon an die alten Star Wars Filme erinnern. Schon in der Vergangheit waren Raimis Filme am Besten, auf denen er sich auf das Wesentliche konzentrierte, im Falle Spider-Mans, immer dann wenn der Parkers Probleme die eines mehr oder weniger gewöhnlichen Heranwachsenden sind. Nur so war auch wirklich eine Verbindunge zwischen Zuschauer und Superheld möglich, alle Schurken nur schmückendes Beiwerk. Und gleich zwei, bzw. drei davon sind eben mindestens einer zuviel. Spider-Man 3 bleibt auf dem Stand des zweiten Teils stehen, geht sogar noch einen Schritt zurück, dass man sich kaum fragen will, wie es weitergeht. Dafür sind die Personen die man mal liebgewonnen hat schon wieder zu sehr verblasst und zu Stereotypen verkommen.