Quoyle (Kevin Spacey) ist der typische Versager. Unbeholfen, linkisch und hoffnungslos geht er durch's Leben: Seine Frau Petal (Cate Blanchett)betrügt ihn, im wahrsten Sinne des Wortes auch vor seinen Augen und der Job als Aufsicht in einer Druckerei erfüllt ihn ganz und gar nicht. Doch um entscheidende Änderungen in seinem Leben vorzunehmen fehlt ihm schlichtweg der Mut. Nachdem sein Vater und kurz danach seine Frau sterben, versucht er mit Tante Agnes Hamm (Judi Dench), samt Kind einen Neuanfang in der alten Heimat seiner Familie: Neufundland. Bei Jack Buggits (Scott Glenn) Zeitung findet er schnell Arbeit als Journalist und verantwortet die Schiffsmeldungen.
„I need a reporter. And you'll do local car wrecks. Take the picture, write the story. We run a front-page photo of a car wreck every week whether or not we actually hav a a car wreck.” Zusammen mit Agnes und seiner Tochter zieht er zunächst in das alte Heim der Quoyles. Ein hoch oben, auf einer Klippe, um Wind und Wetter zu trotzen, mit schweren Stahlseilen im Boden vertautes, baufälliges Haus.

So fasst er allmählich Fuß in der kleinen Gemeinde, findet neue Freunde und verliebt sich gar in Wavey Prowse (Julianne Moore), die ebenfalls von ihrem Mann verlassen wurde. Dergestalt kehrt nun auch endlich sein kaum ausgeprägtes Selbstvertrauen zurück und er kann endlich wieder neuen Lebensmut fassen, bis er erfährt was seine Vorfahren für Verbrechen begangen haben. Nach Chocolat folgte für Lasse Hallström unmittelbar die nächste Literaturverfilmung und auch in Schiffsmeldungen erzählt er erneut eine Außenseiterstory.
Auch diesmal mit unverhohlener und großer Liebe für seine Figuren. Alle Charaktere kämpfen wieder mal mit Unzulänglichkeiten ihrer Persönlichkeit, da ist nicht nur Quoyles Schüchternheit, Unbeholfenheit, die Ausdruck in seinem linkischen Verhalten findet. Ebenso kämpft seine Großtante Agnes, nach außen stark wie ein Fels, mit ihrer Vergangenheit, der sie sich kaum zu stellen traut. Wavey ist immer noch nicht über ihren Ex-Mann hinweg, ihr Sohn Herry leidet am Down-Syndrom. Sogar die Nebenfiguren, Scott Glenn und sein Sohn Dennis, sind zerstritten und entfremdet. Von Beginn an gelingt es sämtlichen Darstellern den Zuschauer, mit den Figuren mit fiebern zu lassen, auch wenn man sich gerade Spaceys Charakter ein klein wenig interessanter und tiefgründiger gewünscht hätte. Dennoch gelingt Spacey die Wandlung vom hoffnungslosen Ex-Mann zum selbstbewussten Liebhaber authentisch und nachvollziehbar. Hellström verzichtet am Drehort Neufundland wohltuend darauf allzu skurrile Personen auftreten zu lassen und zeichnet ein durchaus realistisches Bild einer beliebigen Kleinstadt, die natürlich austauschbar bleibt, als Kulisse aber auch den agierenden Personen den richtigen Rahmen bietet. Da ist es nur einzusehen, dass Annie Proulx ihre Zustimmung zur Verfilmung nur unter der Voraussetzungen zu geben, dass in Neufundland gedreht werden sollte. In diesem unwirtlichen und rauhen Neufundland fügt Hallström Geschichte und Gegend zusammen. So lässt er die Vergangenheit nicht nur durch einen alten Nachfahren, vor allem aber durch das alte Haus der Quoyles auferstehen, welches schon, durch die vibrierenden und singenden Stahlseile, von der Vergangenheit berichtet. An der Stelle nimmt die Handlung auch fast mystische bis surreale Züge an, die sich aber durchaus gut und nicht aufgesetzt einfügen.
Was bleibt ist ein warmherziger Film, mit obligatorischem Happy End, großen Gefühlen und der durchaus banalen Einsicht, dass eben alles möglich ist. (Quoyle: "If a piece of knotted string can unleash the wind and a drowned man can awaken, then i believe a broken man can heal".) Ein Film wie eine heiße Tasse Kaffee mit dem nötigen Schuss Rum. Wärmend, wohltuend, ein wenig süß und leider allzu schnell verflogen.