Bone Tomahawk

Ein Film wie aus der Zeit gefallen. Ein Wunder, dass Craig Zahler ihn überhaupt finanziert bekam. Zum Glück.
Die Suche von vier Männern nach einer entführten Frau gerät nicht zum actionreichen und blutrünstigen Rachefeldzug. Zahler lässt sich Zeit, negiert aktuelle Sehgewohnheiten durch den fast völligen Verzicht auf Musik, Action oder schnelle Schnitte. Doch der Sog den er dadurch auslöst ist um so beeindruckender. Eine gute Stunde lang begleitet er den Suchtrupp, wie sie ihre Reise antreten, fast dokumentarisch bleibt die Kamera beobachtend, starr.
Die subversive Bedrohung bleibt immer präsent, ein Unheil das die Männer begleitet hängt permanent in der Luft. Da sind keine vier Revolverhelden unterwegs die sich den Weg freiballern, verletzt, alt, arrogant treten sie auf, sorgen so für die nötigen Reibungspunkte. Zahler interessiert sich was die Menschen antreibt, wie sie ihr Ziel erreichen, trotz aller Hindernisse, welche Opfer sie bereit zu geben sind.

Formal bleibt Zahler seinem beobachtenden Stil treu, bis zum Schluss. So abrupt der Film beginnt, so endet er.
Und selten sind zwei Stunden so schnell vergangen. Gerade der Verzicht ist der große Trumpf des Films, der dadurch neu und frisch wirkt.

Bitte mehr davon.