Herr
Tumulder ist immer noch verschollen, was gar nicht gut ist. Gerade in Zeiten der karnevalistischen Idiotie muss doch ein Fels der Vernunft in NRW zugegen sein. Das TV-Programm scheint nun nur noch aus bescheuerten Wettersondersendungen und ab nächster Woche auch noch aus Faschingsdeppen zu bestehen. Immer wieder schön zu sehen, wie ein lokales Phänomen sich medial auf ganz Deutschland ausweitet, gar der NDR zeigt Karnevalssendungen en masse, dabei gibt es hier noch nicht einmal Umzgüe nennenswerter Art. Aber das Programm muss ja möglichst sinnfrei gefüllt werden.
Samstag, 05.02.2010
20.15 Uhr, Sat1: Findet Nemo
Der bescheuerte Fisch geht einem nicht nur im Original auf die Nerven, auch die deutsche Synchronfassung ist zum davonlaufen. Hier stimmt leider nur der technische Aspekt. So setzten zwar die Animationen neue Maßstäbe, inhaltlich setzt das Fisch-Menu allerdings auf Disneys stinkkonservative Familienwerten.
20.15 Uhr, Tele5: Ice Spiders
Tierhorror der anderen Sorte. Nie gehört, aber echter Tierhorror geht ja immer, vor allem wenn 6 mutierte Riesenspinnen die Olympiamannschaft der USA terrorisieren. Der Film zu den bevorstehenden olympischen Spielen.
20.15 Uhr, Vox: Master and Commander
Peter Weir ist einer der wenigen Regisseure, der es vermag in den unterschiedlichsten Genres außergewöhnliche Filme zu realisieren. Master and Commander hat natürlich nichts mit den Mantel und Segel- Filmchen der 50er Jahre zu tun, vielmehr zeigt er ein mehr oder minder realistisches Bild eines englisches Kriegsschiffes während der napoleonischen Kriege. Russell Crowe als stiernackiger Captain und Paul Bettany als sein vernunftsbegabter Arzt und Freund bilden ein herausragendes Duo und machen den Film zu einem Genre-Meisterwerk.
22.30 Uhr, zdfneo: Der grosse Frust
Lawrance Kasdans Befindlichkeitsdrama der 70er ist ja immer ein Blick wert. Grandios gespielt und trotz der Tragik nicht zu sehr ins dramatische abfallend, bietet er einen interessanten Einblick in die Generation 70.
Sonntag, 07.02.2010
22.00 Uhr, ZDF:Die Queen
Jede Lobhudelei ist hier völlig gerechtfertigt. Seltsamerweise scheinen viele erst jetzt Helen Mirren als große Schauspielerin wahrzunehmen. Das ist natürlich weniger gesellschaftspolitisch, als vielmehr Biopic, aber Mirrens Tour de Force entschädigt für so manche inhaltliche Schwäche.
22.10 Uhr, Pro7: I am Legend
Völlig zu Unrecht abgewatscht. Der geht in jeder Beziehung schwer in Ordnung, nicht nur passt die Umsetzung, die ist spannend und atmosphärisch dicht und Will Smith meistert seine Sache mehr als ordentlich. Auch wenn in der zweiten Hälfte die Spannung der Action geopfert wurde bleibt ein mehr als solider Apokalypsen-Actioner übrig. Selbst das religiös angehauchte Ende, vermag nicht allzu sehr zu stören.
Montag, 08.02.2010
22.35 Uhr, kabel1: Sag niemals nie
Einer der wenigen Connery-Bonds die man sich angucken kann, vor allem wegen Brandauer der mit sichtlicher Freude den Schurken gibt und wieder mal beweist, dass das Böse nur aus Deutschland oder Österreich kommen kann.
Dienstag, 09.02.2010
02.55 Uhr, RTL2: Grosse Pointe Blank
Ganz tolle Krimikomödie mit John Cusack als Auftragskiller mit Ladehemmung, der Ablenkung auf seinem Klassenreffen zu finden sucht. Urkomisch, vor allem weil Cusack ein wenig mit seinem Image spielt.
Mittwoch, 10.02.2010
01.10 Uhr, arte: Jagdzeit
Doku um das Greenpeace Schiff Esperanza, die japanischer Walfänger in der Antarktis stoppen wollen. Noch nicht gesehen, soll Jagdzeit keine Lobhudelei oder Heldenverehrung der Greenpeace-Truppe sein, sondern sich durchaus kritisch auch mit deren Vorgehen auseinandersetzen.
23.00 Uhr, swr: Mosquito Coast
Und noch ein Weir. Harrison Ford und Helen Mirren entsagen der Zivilisation und versuchen im Dschungel von Honduras ein neues Leben zu beginnen. Interessanter Beitrag zum Thema Mensch gegen Natur und wie sehr wir doch auf unsere technischen Errungenschaften angewiesen sind.
Donnerstag, 11.02.2010
20.15 Uhr, Sat1: Der goldene Kompass
Das australische Monster (Kidman) an der Seite des englischen Katoffelbauern (Craig) in einem Fantasyfilmchen mit altklugen Kindern. Glückwunsch.
22.00 Uhr, Vox: Kopfgeld
Mel Gibson macht das was er am besten kann: auf die Kacke hauen. Zugegeben, das ist gar nicht mal unspannend, wenn Gibson dem Entführer seines Sohnes nachstellt, nur ist die Verherrlichung der Selbstjustiz zum kotzen.
Weitere supergeile TV-Tipps gibt es hier und hier hier:
Blockbuster
Entertainment (Sonntags)
Kino, TV & Co (Sonntags)
Hard Sensations Filmblog (Montags)
Kaiser_Soze (Sonntags)