Inifini

Was haben Inifini und Knowing gemeinsam?

Es gibt Filme die verweigern sich jeglichem Verständnis, das muss per se nichts schlechtes sein. Oft genug reichen ja schöne Bilder oder spektakuläre Schauwerte um den Filmgenuss perfekt zu machen.
Infini spielt im Dunstkreis von Sunshine, Event Horizon und Abyss, die weniger bis gar nicht mit ausgeklügelten Handlungssträngen oder gar viel Subtext zu überzeugen wussten, deren visuelle Schönheit sie aber sehenswert machen.
Infini bietet werden das eine noch das andere.

Eine Eliteeinheit reist per Slipstream, irgendwie eine Art Beamen auf eine entfernte Fabrik um einen dort festsitzenden Soldaten zurückzuholen.
Dort angekommen wird sich erstmal infiziert und einer nach dem anderen abgeschlachtet. Gesteuert von einer höheren Macht. Ergibt Sinn? Nein? Macht nichts.
Ich hätte da ein paar Fragen und Anmerkungen:
1. Wer sind diese Soldaten?
2. Warum werden diese auf der Erde angegriffen?
3. Warum „beamt“ sich unser Held auf diese einsame Fabrik am Arsch des Universums?
4. Eine Rettungsmission soll ihn zurückholen. Warum?
5. Angeblich verweilt unser Held dort schon Wochen, doch sind alle Systeme ausgeschaltet, erklärt er dem Rettungsteam doch 5 Minuten später wie er das System reparierte.6. Irgendwas infiziert die Menschen und sie werden zu blutrünstigen Bestien, oder so.
7. Unser Held hat es irgendwie am Kopf. Zumindest zuckt dieser unentwegt.
8. Und warum sind die Soldaten so gesprächsfreudig wie eine Horde Mädels zur Hen Night?
9. Die Aliens metzeln sich genüsslich durch die Protagonisten, werden am Ende aber doch weich ums Alienherz, weil sie sich zur Liebe überreden lassen?! James Kirk argumentierte eine Bombe schöner zu Tode.

Das hört sich stark nach nitpicking (was mir im Grunde zuwider ist) an, angesichts der durchdringenden Langeweile bleibt nur wenig übrig, als sich durch die Plotholes zu wühlen.
De Schwachsinn der ohne Sinn und Verstand zu Papier gebracht wurde, ließe sich schwerlich durch gelungene Optik wettmachen, aber auch diese bleibt Rohkost ohne Rafinesse. Regisseur Shane Abbess wühlte sich offenbar durch die Klassiker des Horror, nur bringt er seine Standardkost höchst seelenlos auf die Leinwand, hat das Genre zwar gesehen aber nicht verstanden.

Zurück zur Eingangsfrage. Das bescheuertste Ende bislang darf Knowing für sich beanspruchen. Die Erde geht hops, lediglich zwei Kinder und zwei Häschen überleben die zusammen gen Sonnenuntergang hoppeln.
In Infini stehen am Ende ein Dutzend Glibbertypen mit einer Analogfotografie rum.

John Wick

Alte Männer und ihre Action-Midlife-Crisis. Der nächste Kandidat: Keanu Reeves als Auftragskiller John Wick, der den Tod seines Hundes (das letzte Geschenk seiner verstorbenen Frau) rächen will und sich mit der halben New Yorker Unterwelt anlegt.
Einen kurzweiligen, straighten, schnörkellosen Actioner bringt Regieneuling Chad Stahelski auf die Leinwand. Seine Arbeit als Stunt Coordinator lässt sich schwer verleugnen, nehmen die Kampfszenen doch einen Großteil der Laufzeit ein. Leider sind diese recht reptitiv, es fehlen die wow-Effekte, deshalb problembehaftet, besteht der Film im Grunde nur aus Kloppereien. Einerseits sticht der Verzicht auf jeglichen Ballast positiv hervor, doch bleibt die Spannungskurve auf einem niedrigen Level, während die Schauwerte nicht immer überzeugen können.
Im Grunde retten Reeves und Michael Nyqvist den Film mit Präsenz und Obsession. Deren Fern-Duell bringt das nötige Feuer mit, um den Film ein wenig aufzuheizen.
Warum ein John Leguziamo, eine Bridget Moynahan, ein Ian McShane und ein Willem Dafoe in Kleinstrollen verheizt werden, bleibt unschlüssig.
Stahelski wollte wohl zu sehr auf old-school machen, zu sehr sich an den Neesons orientieren, dass die eigene Handschrift, so denn vorhanden, abgeht. Auch ein Subtext oder überhaupt eine Ebene die über das Gezeigte hinausgeht, wird vermisst. Da bieten weder Figuren noch Story einen vernünftigen Unterbau und wenn auch das Visuelle nicht gänzlich überzeugt, bleibt am Ende zwar kurzweilige Unterhaltung, deren Halbwertzeit die Laufzeit des Films nicht übersteigt.
Das mag sich im zweiten Teil ändern.
Vielleicht klauen dann böse Buben seinen Hamster.

The Slap

Der vierzigste Geburtstag von Hector läuft nicht so ganz wie erwartet. Neben den üblichen Nickeligkeiten unter den Kindern und Pertygästen verpasst Hectors Cousin Harry, Rosies Sohn Hugo eine Ohrfeige. Und bringt somit das Leben aller Protagonisten gehörig durcheinander.
Rosie und ihr Mann Gary strengen eine Klage gegen Harry an, Hector und seine Frau Aisha sitzen als deren Freunde zwischen den Stühlen. Zu allem Überdruss wird Hector vom Schulfreund des Kindermädchens der Vergewaltigung an diesem bezichtigt.
Acht Episoden des australischen Dramas lang steht jeweils eine andere Figur im Mittelpunkt, während die Geschichte fortgeführt wird.
Formal als Familiendrama angelegt, bietet The Slap nicht nur eine Einsicht in vermeintlich heile Beziehungswelten, in den Konflikten offenbaren sich zusehends die kulturellen, gesellschaftlichen Differenzen. Die Umsetzung verzichtet weitestgehend auf Stereotype, bietet dagegen ambivalente Charaktere, die nachvollziehbar und glaubwürdig agieren.
Im Kern bleibt die Frage: wie fragil sind Freundschaften, wenn sie so schnell auseinderbrechen und in Feindschaft umschlagen? Wenn die Lawine ins Rollen gebracht wurde, bleibt kaum eine Möglichkeit diese aufzuhalten. Dann werden die Figuren in Stellung gebracht, Verbündete gesucht um die Schlacht zu schlagen und sei es nur vor Gericht.
The Slap zeigt minutiös, detailreich das Auseinanderbrechen von Familien und Freundschaften. Der Weg zurück, Vertrauen neu zu gewinnen, ist mühsam und langwierig.

Lieblingsfilme 2014

Ungefiltert und unsortiert meine Lieblingsfilme die ich 2014 gesehen oder sogar wieder gesehen habe.

Begin Again (John Carney, USA, 2014)Clip from the movie Begin Again - Keira Knightley - A Step You Can't Take Back - YouTube - Mozilla Firefox 2015-01-08 18.58.29

Wunderbar. Natürlich sind die Anleihen an Once unverkennbar, alles ist hier größer und teurer: Stadt, Stars und Songs.
Doch kein bisschen Charme geht verloren. Die Songs sind klasse, Adam Levine nervt überraschend nicht, Knightley und Ruffalo sind phantastisch, locker flockig inszeniert. Perfekt.

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The Quatermass Xperiment

Wenn außerirdische Mächte von Astronauten Besitz ergreifen, verheißt es für den Wirt und die Menschheit wenig Gutes. Astronaut Victor Carroon kehrt nach dem einem Weltraumflug mit einem Fremdkörper zurück, der ihn allmählich zu einem Monster mutieren lässt.
Der erste Hammer Horror zeigt noch wenig der späteren Qualitäten, zu abgedroschen die Story, mit raren Spannungsmomenten ausgestattet. Hinzu kommt das wenig überzeugende Spiel der Darsteller, zudem wird auf eine Identifikationsfigur verzichtet. Weder stellt sich Mitgefühl für das Opfer der Mutation noch vermag Jack Warner als Kriminalbeamter die Zuschauer auf seine Seite ziehen.
Einzige sehenswert bleibt die Transformation des Astronauten, der zusehends Kontrolle über Körper und Geist verliert. Auch wenn das Quatermass Xperiment als Blaupause für viele nachfolgende Science Fiction- Filme diente und spätere Horrorfilme beeinflußte, ist das Werk schlecht gealtert.
Im Kontext der Hammer Filme fehlt hier noch der Witz und das Überdrehte, das die späteren Produktionen so interessant und liebenswert machten.

Quatermass Xperiment

The Angry Red Planet

Zweiter Film für den Monstermay. Klassisches Monster B-Movie, mit Anleihen an Klassikern wie The Thing from another World. Durchweg unterhaltsam, bis auf die langatmigen letzten 15 Minuten. In der Retrospektive unfreiwillig komisch, die wie eine Kreuzfahrt anmutet, inkl. Slipper und Pfeife im Raumschiff und nicht wie eine wissenschaftliche Expedition. Interessant aber die klare, fast pazifistische Botschaft. Das aggressive Vorgehen mit Maschete und Gewehr kommt bei den Marsbewohnern nicht allzu gut an und so legen sie den Menschen ans Herz doch nicht mehr wieder zu kommen.  Kurzweilige Unterhaltung mit ordentlichen Tricks, schlechten Darstellern, aber schöner Spannungskurve.

THE-ANGRY-RED-PLANET

All is lost

Nach „Gravity“ nun der nächste Katastrophenfilm der sich um eine Diskussion des menschlichen Seins bemüht. Cuaron legte die Messlatte schon sehr hoch, sah den Menschen als Spielball der Naturgewalten, technisch hochgerüstet, formal als auch inhaltlich, mit Effekten gespickt und einer Protagonistin die nur mehr reagieren kann, die am Ende fast nackt, ohne technische Hilfsmittel verbunden mit Mutter Erde steht.
J.C. Chandors „All is Lost“ verfolgt einen anderen Weg, mit gleichen Voraussetzungen und Zielen. Anstatt modernster Technik, erleidet Robert Redford auf seinem Segelboot Schiffbruch, kann sich nur mit provisorischen Hilfsmittel sprichwörtlich über Wasser halten. Doch auch er wird zum Spielball der Natur, wird seiner Technik immer weiter beraubt bis er allein im Wasser treibt. Beide Ursachen der Katastrophe sind menschlicher Natur, hier ein Satellit außer Kontrolle, dort ein Container der Redfords Yacht rammt und ein Loch hinein reißt. In beiden Filmen folgen den äußeren Katastrophen die kleineren Pannen die in immer bedrohlichere Szenarien münden.
Chandors nüchterne Herangehensweise, der fast vollständige Verzicht auf untermalende Musik, die Bildsprache die reduziert und ohne spekatuläre Kamerafahrten auskommt und natürlich das Spiel Redforrds der sich den Vorgaben anpasst und kaum eine Mine verzieht sei der Sturm noch so gewaltig oder die Schäden noch so groß. Reagierte Bullocks Charakter mit Panik, erscheinen die Turbulenzen die Redford erleidet fast alltäglich, seine Reaktionen sind rational, sachlich und überlegt. Nie stellt sich Panik ein. Und dennoch: trotz aller Überlegugen, trotz aller menschlichen Vernunft und Abgeklärtheit endet die Reise im Unausweichlichen.
Ein Fehler den Cuaron machte, in dem er Bullock eine kleine, unnütze Hintergundstory verpasste macht Chandor nicht. Kein Name, keine Dialoge, lediglich Hilferufe und ein Wutschrei. Die Reduzierung, weg von der Person, hin zum Lebewesen verdeutlicht die Misere in der er steckt. Jeglicher mögliche emotionale Ballast wird vermieden und somit weniger eine emotionale denn vielmehr eine intellektuelle Beziehung zur Figur hergestellt.
Die Wege sind ähnlich, die Reaktionen verschieden, doch ist das Ergebnis dasselbe. Die Natur bleibt immer Sieger. Der Mensch, trotz aller technischen Errungenschaften und des vermeintlichen Fortschritts kann nur verlieren. Und wird er gerettet (interessanterweise kämpft Frau bis zum Schluss und sei es noch so aussichtslos, der Mann hingegen gibt auf) dann nur durch glückliche Zufälle.

Gravity

Ray Bradbury, der große Humanist unter den Science Fiction Autoren, der sich mehr für die Menschen und ihre Reaktionen auf fremde Welten, fremde Wesen und ihre Beziehungen untereinander interessiert, der seinen Protagonisten immer mit großen Zuneigung, wenn nicht Liebe begegnete, veröffentlichte in seinem Band „Der illustrierte Band“ die Kurzgeschichte „Kaleidoskop“. Mehrere Astronauten treiben aufgrund eines Unglücks im All umher. Bradbury beschreibt die letzten Momente und ihre Konversationen. Ob Alfonso Cuarón und sein Sohn Jonas, der am Drehbuch mitschrieb, die Geschichte als Vorbild verwendeten ist nicht überliefert. Doch die Parallelen zu Bradbury selbst sind unübersehbar.
Nun sind es bei „Gravity“ zwei Astronauten die ums Überleben kämpfen, einen Weg zurück zur Erde zu finden, nachdem ihr Shuttle zerstört wurde. Erst nachdem James Cameron mit „Avatar“ den Weg freimachte, konnte Cuarón auch „Gravity“ umsetzen. Das Warten hat sich gelohnt. Einer der technisch brillantesten Filme seit Jahren und einer der wenigen Beispiel wie 3D doch funktionieren kann, doch geht es Cuarón nicht um die technische Komponente, sein Fokus liegt auf den Lebewesen in einer unwirtlichen Umgebung und den Extremen denen sie ausgesetzt sind. Nicht nur die ersten 20 Minuten sind atemberaubend und ziehen den Zuschauer sofort in den Bann. Die Kamerafahrten zwischen den Astronauten und ihrem Shuttle sind schlicht atemberaubend. Die ab und an ins Bild wandernde Erdkugel, deren Spiegelung in Helmen oder Pupillen, die große Leere davor und dahinter, hat förmlich physische Auswirkungen auf den Zuschauer.  Danach begibt sich Cuarons Story zwar auf konventionelle Pfade was Wendungen und Action anbelangt, die reichlich konstruiert erscheinen, dazu bedient er sich allzu offensichtlich Referenzen an Genreklassikern, mildern aber nicht im geringsten die Wirkung die er als Regisseur, Emmanuel Lubezki als Kameramann und voran Steven Price als Komponist entfalten. Gravity ist trotz aller Akkuratesse, trotz der technischen Fertigkeiten und des Aufwands den Regisseur Alfonso Cuarón an den Tag legt, kein Abbild einer realistischen Weltraummission.  Ein Actionthriller der visuell und akustisch neue Maßstäbe setzt, ohne sich dabei dem Diktat der Effekte unterzuordnen. Jede Sekunde wird man als Zuschauer weiter mitgerissen, emotional als auch physisch in den Überlebenskampf der Astronauten. Ein Film der Ambivalenzen, auf jeder Ebene. Lautlose und brachiale, mit Getöse unterfütterte Szenen die sich meisterhaft mischen und ergänzen, ruhige, melancholische Momente voller Traurigkeit und Stille. Die Schauspieler bleiben am Ende nur Staffage für die ästhetischen Vorstellungen, da bleibt der Film allerdings nur konsequent, denn was ist der Mensch da draußen im Weltall, außer einer kleinen unbedeutenden Ansammlung von Kohlenstoff. Am Ende bleibt ein seit langem nicht mehr erfahrener Mix aus Emotionen, schwankend zwischen Freude, Erschöpfung, Glück und auch Traurigkeit. Die Erkenntnis der Vergänglichkeit, der Begrenztheit, sowohl psychisch, als auch physisch und dass wir am Ende doch alleine sind. Nicht nur im All, auch für uns selbst die Verantwortung tragen müssen. Trotz all der Technik, all dem Aufwand den Cuaron betreibt, er zielt am Ende auf das Wesentliche: aufs Herz.
Und trifft mitten hinein.

 

 

The Lords of Salem

Vor 10 Jahren drehte Rob Zombie seinen ersten Film: „House of 1000 Corpses“, zwei Jahre später folgte „The Devil’s Rejects“, beides sehr ordentliche, vielversprechende Horrorfilme die zwar nur Genreklassiker zitieren und größtenteils Konvention beachten und nicht brechen, dennoch früh einen eigenen Stil aufwiesen.
Nun folgte der dritte eigenständige Film, die beiden Halloween-Remakes außen vor gelassen, der in ruhigen Gewässern ficht, dessen nähere Verwandte eher bei Ti Wests aktuellen Filmen und Klassikern wie „Rosemary’s Baby“ zu suchen sind.
Ohne große Gewaltexzesse und ruhig, geradezu behäbig inszeniert, kommt schon das erste Problem. Getragen werden muss die Story durch Charaktere und Darsteller. In diesem Fall: Sheri Moon.
Gut, Rob steht auf den Arsch seiner Frau und zeigt dies ausgiebig, so weit so schlecht, nur fehlt der  Dame jegliches, noch so kleine Fünkchen Talent. Ihr Spiel sorgt schon für Horror genug, zumindest für Fremdscham, mit der Konsequenz, das Schicksal der Protagonistin ist dem Zuschauer schnurzpiepegal.
Heidi (Sheri Moon) gibt eine leicht verstörte Radiomoderatorin (Radio: erneut der blanke Horror) die durch eine ihr zugespielte Schallplatte zunehmend beängstigende Visionen erlebt, bis sie schließlich erfährt, ihre Vorfahre ermordete vor über 400 Jahren eine Gruppe Hexen. Deren Nachfahren, aka die drei Damen vom Grill, wollen nun gar schreckliche Rache nehmen und sorgen für eine wohl unbefleckte Empfängnis und Geburt Heidis durch Satan.
Zombies Film steckt voller unfreiwilliger Komik, sei es sein Fokus auf seine Frau, der so weit geht, Szenerien mit Mondmotiven auszustatten, sei es die Dämonen wie verunstaltete Pokemons zu präsentieren oder schlicht seine krude Abfolge von kurzen Szenen die nackte Nonnen, wichsende Priester etc. zeigen. Natürlich ohne Bezug zum Geschehen.
Zu keiner Zeit stellt sich eine bedrohliche Atmosphäre ein, zu keinem Zeitpunkt fiebert man mit der Protagonistin mit, zu keiner Zeit will sich so etwas wie eine Spannungskurve bilden.
Da ist nichts, nicht mal visuell kann Zombies Machwerk überzeugen.
„The Lords of Salem“ ist weniger „Rosemary’s Baby“, mehr Dante Tomasellis „Horror“, letztere kann schließlich auch mit einem Ziegenbock und viel Komik aufwarten.

The Lost Room

Stellen wir uns vor: eine Welt in der Objekte bestimmte Fähigkeiten besitzen die von Menschen angewandt werden können.
Beispiele: Ein Schlüssel der jede Tür öffnet und durch die man in ein Motelzimmer gelangt und von dort aus wo immer man hin möchte. Ein Kugelschreiber der bei Berührung den Menschen innerlich verbrennen lässt. Oder ein Busticket das angewandt Personen in die Einöde verschwinden lässt.
Polizist Joe Miller gerät zufällig in den Besitz des genannten Schlüsseln, verliert allerdings seine Tochter in dem Raum. Um sie zurückzuholen versucht er an das Primärobjekt zu gelangen, in der Hoffnung damit Erfolg zu haben, gerät er  zwischen die Fronten zweier Parteien die alle Objekte unter ihre Kontrolle zu bringen versuchen.
Lässt man sich auf die Prämisse ein, übersieht dass Hauptdarsteller Peter Krause völlig farblos agiert, wird man mit einer kurzweiligen Miniserie belohnt die ganz in der Tradition der Twilight Zone steht.
Formal lässt sich kaum Kritik üben, sind für eine Mini-Serie die Grenzen doch eng gesteckt, so wird auf visuelle Effekte weitgehend verzichtet und der Fokus liegt klar auf der Handlung und Personen. Ohne große Ambivalenzen ausgestattet, fast schon zu Stereotypen degradiert gelingt es den Charakteren nicht Tiefe zu gewinnen, unter diesem Gesichtspunkt mutet die Serie eher wie ein Konstrukt aus den 90ern und nicht aus dem Jahre 2006 an. Gleiches gilt für die konventionelle Handlung die keinen Subtext enthält, die nur an der Oberfläche kratzt. Hier fehlt eine Auseinandersetzung mit den Auswirkungen der Nutzung der Objekte, bergen sie doch ein beachtliches Machtvolumen das direkt in die Abhängigkeit führen kann, wie gestalten sich die Resultate der Vorgänge auf Außenstehende, woher kommen die beiden Fraktionen die um die Objekte streiten etc.pp. Zu vieles bleibt im vagen.