Sonntag, 4. Dezember 2011
James Wan ist nicht nur der Initiator der unsäglichen Saw-Reihe, 2007 sorgte er mit "Dead Silence" schon für ein mittleres Ärgernis. Mit seinem übersinnlichen Horrorquark "Insidious" dringt er in noch dümmere Bereiche vor. Familie Lambert mit ihren 3 Kindern hat ein Problem. In ihrem Haus scheint es zu spuken, nachdem der älteste Sohn von einer Leiter stürzt und ins Koma fällt, macht sie das einzig richtige, sie zieht um. Damit könnte der der Film eigentlich zu Ende sein, wäre es endlich mal eine praktikable Lösung für solche Art von Problemen. Doch auch in ihrem neuen Zuhause hört der Spuk nicht auf, dass bald eine Dame mit übersinnlichen Fähigkeiten zur Hilfe gerufen wird. "Insidious" reiht sich in die ellenlage Liste der Filme ein, die in verspukten Häusern spielen, das Thema oder das Genre aber nicht mal ansatzweise verstehen. Da knarren Türe, da flattert der Vorhang, knallen Fenster, wabbert der Kunstnebel, jederzeit unterstützt durch audielles Gewummer und Krachen, dass auch der Letzte versteht: Jetzt erschrecken! Wan interessiert sich einen Dreck für seine Figuren, setzt auf vordergründige Effekte und hangelt sich vom einen zum nächsten. Vollkommen lächerlich wird die Chose als die Geisteraustreiberin im Steampunkoutfit für Arme, versucht den komatösen Sohn aus dem Geisterreich herbeizurufen. Dieser erfolglosen Aktion anschließend, muss nun der Papa selbst in Hypnose den Sohn aus dem Reich der Toten holen. Und wie bekämpft man Geister? Mit einem Faustkampf natürlich. Wobei man schon dankbar sein muss, dass er ishc nicht zu Tode oder ins komplette Jenseits argumentiert. Wäre wohl zu viel Text und Subtilität gewesen. Dass sich Wan offensichtlich von Nosferatu bis hin zur "Poltergeist" Reihe bediente, mag verschmerzbar sein, seine offensichtliche Weigerung über den Effekthorror hinaus eine spannende Geschichte zu erzählen, nicht.
Freitag, 20. November 2009
Machen wir es kurz, da oft genug schon thematisiert: Ein nie da gewesener Hype seit Blair Witch Project, zumindest aber seit Cloverfield, wobei letzterer gezielt und mit großem Budget beworben wurde. Mit den beiden hat das Filmchen dann auch die semidokumentarische Kamera gemein, des weiteren war das Budget noch kleiner als seinerzeit das Blair Witch Project zur Verfügung hatte und der Return on Investment bislang sogar noch größer, dass ich hoffe, Regisseur Oren Peli hat sich eine Gewinnbeteiligung in seinen Vertrag schreiben lassen.
"Paranormal Activity" vollständig lesen
Sonntag, 15. November 2009
Nach Spider-Man 3 hatte ich ernste
Befürchtungen, dass Sam Raimi sein Mojo verloren hätte. Zu banal, unausgegoren und altbacken war die Inszenierung, fehlt es doch schlicht an jeglichem Esprit. Aber all das findet sich in Drag me to Hell wieder. Christine Brown steht kurz vor ihrer Beförderung zum Assistant Manager einer Bankfiliale, lediglich fehlt ihr ein wenig Schneid, den ihr Chef nun einfordert, da kommt eine alte Dame, Mrs. Ganush, die einen neuen Kredit auf ihr Haus benötigt, gerade recht. Eben diesen verweigert ihr Christine und darf sich nun über einen Fluch freuen, der ihr Mrs. Ganush auferlegt und sie binnen drei Tage zur Hölle fahren lässt. Sprichwörtlich.
"Drag me to Hell" vollständig lesen
Samstag, 29. August 2009
Vier jungen Menschen schicken die Regie-Brüder Pastor durch eine menschlich ausgedürrte Landschaft, bei jedem Kontakt mit Menschen steht die Frage im Raum, ob diese zu den Virus-Infizierten gehören, das ein Grossteil der Menschheit ausrottete, ein Grundmisstrauen, das man sich schon angewöhnt hat und vermuten lässt dass der todbringende Virus schon länger wütet. Das Leben unserer vier Freunde besteht nur daraus sich nicht zu infizieren und angesichts der Aussichtslosigkeit, trotzdem ein wenig Spass zu haben, da wird dann auch mal ein Golf-Club gekapert. Als Zuschauer wird man geradezu in die Handlung hineingeworfen, keine Erklärung der Ursache oder der näheren Auswirkungen dieser Pandemie, erstaunlicherweise folgt im Verlauf des Films auch keine, die Konzentration richtet sich gänzlich auf die Protagonisten und ihr (veränderndes) Verhalten. 
"Carriers" vollständig lesen
Montag, 20. Juli 2009
Bottle Shock Nach dem Erfolg von Sideways im Jahr 2004, war zu erwarten, dass eine kleine Auswahl an „Wein-Filmen“ auf uns zurollen würde, doch dauerte es bis 2008, ehe der nächste Film, der sich mit dem Rebensaft befasst, die Kinosäle erreichte (in Deutschland nicht mal diese). Bis in die 70er Jahre war die Weinwelt noch in Ordnung. Sprach man von Wein, war Frankreich gemeint, wollte man seinen Horizont erweitern griff man zu Erzeugnissen aus Deutschland oder Italien. Ab 1976 wurden die Verhältnisse durch die Pariser Weinverkostung, bei der US-amerikanische Weine ihre französischen Konkurrenten deplazierten, ein wenig verschoben Steven Spurrier (Alan Rickman), englischer Weinhändler in Paris, ist des französischen Weins etwas überdrüßig, so iniziert er eine Blindverkostung mit französischen und kalifornischen Weinen. 
"Quick and Dirty (1)" vollständig lesen
Sonntag, 5. April 2009
Der Titel des wohl erfolgreichsten Franchise der Videospielverfilmungen gebührt zweifellos der Resident Evil Reihe. Mastermind der bisher drei Verfilmungen ist Paul W.S. Anderson, der zu allen Teilen das Drehbuch verfasste, als auch als Produzent auftrat. Warum die Film so erfolgreich sind, ist offensichtlich: Auf Story oder Charaktere wird herzlich wenig wert gelegt, die Action steht ganz klar im Vordergrund, auf einen Nenner gebracht: Milla Jovovich verkloppt Zombies. So simpel können Erfolgsgeschichten entstehen.
"Resident Evil: Extinction" vollständig lesen
Samstag, 27. Dezember 2008
Eine Gesetzmäßigkeit der Filmindustrie lautet: Ein Autor lässt gefälligst die Finger von der eigenen Verfilmung. Es scheint, dass Clive Barker die rühmliche Ausnahme darstellt, schon in seinem 1987 verfilmten Hellraiser machte er als Autor und Regisseur mehr richtig als falsch und drei Jahre später, gelang ihm mit Nightbreed erneut eine ganz ansehnliche Inszenierung. Erzählt wird die Geschichte des Aaron Boone (Craig Sheffer), von Visionen geplagt, die ihm grausame Morde und einen immer wiederkehrend Ort namens Midian zeigen, der von Monstern unterschiedlicher Ausprägung bevölkert wird. Da sein Psychiater (David Cronenberg) glaubt, dass Boone die Morde selbst begangen hat befindet er sich bald auf der Flucht und auf der Suche nach Midian.
"Nightbreed" vollständig lesen
Donnerstag, 3. April 2008
Zwei Jahre nach Romeros Land of the Dead, nun ein erneuter Versuch seinen geliebten Zombies wieder Leben einzuhauchen. Und da hat sich Romero was originelles ausgedacht: eine handvoll Studenten filmt mit einer Handkamera ihre ersten Begegnungen mit den Untoten. Und als Bonus gibt es Medienkritik obendrauf. Leider ist die Umsetzung gewohnt grobschlächtig und vorhersehbar. Wenn alte Männer versuchen die Welt zu erklären, explizit die zunehmende Medienmacht, die Ausbreitung auf immer privatere Beriche des Lebens dann meist von einer Warte aus, die gut 30,40 Jahre zurückliegt.
"Diary of the Dead" vollständig lesen
Donnerstag, 2. August 2007
Schafhorror also. Für gewöhnlich sind knuddelige, lustige und süße Tiere eher selten Stars eines Horrorfilms und wenn dann im besten Falle als Beute für diverse Wölfe, Schlangen, Hunde Spinnen oder Krokodile. Ganz neu ist die Idee putzige Tiere zu Monster mutieren zu lassen nun nicht: schon 1972 wurde Night of the Lepus veröffentlicht. Diese bediente sich an drolligen Nagern, sprich Kaninchen die sich in todbringende Riesenrammler verwandeln dürfen. Damals zwar konsequent umgesetzt , entbehrte der Film einer nicht unfreiwilligen Komik, die der damaligen Technik und der resultierenden dürftigen Umsetzung geschuldet ist.
"Black Sheep" vollständig lesen
Dienstag, 24. April 2007
Heute Tierhorror, genauer Kuh-Horror. Wieder einmal sind genetische Experimente schuld, daß englische Kälber zu Monstern mutieren. Dies ist auch schon die gesamte Geschichte die Mary (Ruth Negga) und ihr Freund Jamie (Sean Harris) auf einem abgelegenen Bauernhof in Englands Norden erleben. Aufgrund akuter Geldnot lässt Bauer Dan (John Lynch) Experimente an seinen Kühen vornehmen, die natürlich fehlschlagen, was nicht allzu schlimm wäre, würde nicht eines der mutierten und völlig missratenen Kälber entfliehen und einen gesunden Blutdurst entwickeln.
"Isolation" vollständig lesen
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