Spring

Nach Resolution war abzusehen, Spring wird nicht die gewöhnliche (Horror)Liebesgeschichte.
Louis und Evan lernen sich in Italien kennen und lieben, kleines Problem: Louis ist nicht das nette Mädchen von nebenan, 2000 Jahre alt, verwandelt sie sich in ein zeitweise sprichwörtlich fleischfressendes Monster.

Behandelte Resolution noch das Thema Wahrnehmung, Realitäten und wie diese verschoben werden können, stellt Spring Identitäten und das Konzept von „Liebe“ in Frage.
Durchzogen wird der Film von Zweideutigkeiten, eingefangen in kleinen feinen Zwischenbildern. Eine Spinne die ihre Beute frisst, Raupen die versuchen einen Stein zu erklimmen, Bäume die zwei Früchte tragen. Die Zuneigung einerseits zur Natur und deren Universalität, das Mitgefühl mit Louis‘ „Problematik“ sich überwinden zu müssen um der Verwandlung stand zu halten.
Moorhead und Jenson haben ihren Barker und Bradbury gelesen und verstanden. Das Außergewöhnliche wird nicht verteufelt, so abstoßend dessen Handlungen auch sein mögen. Im Gegenteil verstehen sie den Kampf ihrer Protagonistin, bringen ihr Verständnis und Mitgefühl entgegen.
Nadia Hilker setzt die Vorgaben der beiden auf den Punkt um, wandelt zwischen lebensfroher Frau, die die seltenen Momente der Zweisamkeit genießt und unontrollierbarer Kreatur, die nur ihren Instinkten gehorcht. Zusammen mit Lou Taylor Pucci entfalten sie eine Chemie die gerade im Horrorgenre lang vermisst wurde.
Die universelle Frage wie wir mit Liebe umgehen, wem wir sie zuteil werden lassen, wie wir dies beeinflußen können, oder eben nicht, kann Spring nicht beantworten, will es auch nicht, zeigt aber eine von vielen Möglichkeiten. Ein Bekenntnis zu Liebe die keiner Körperlichkeit entspringt, die auf Formen keine Rücksicht nimmt, dazu hat Spring eine Meinung.

In Zeiten in den man glaubt wirklich alles gesehen zu haben, fühlt sich Spring einzigartig an, beweist dass es immer noch möglich ist, abseits des Mainstreams, Filme zu gestalten die wirklich neues bieten, die genreübergreifend funktionieren.

Ein kleiner, großer Film.