The Invitation

„That’s Los Angeles“ Die Antwort auf die Frage, ob das Verhalten der Gastgeber einem Gast der Dinner Party nicht seltsam vorkäme. Es muss wohl erst einiges passieren bis der Westküstenbewohner aus dem Häuschen gerät und sich aufschrecken lässt. Ungewöhnliches Verhalten bei einem Abendessen gehört auf jeden Fall nicht dazu.
Eingeladen sind die engsten Freunde von Eden und David, unter anderem auch Will, Edens Ex, mit dem sie ein Kind hatte, dass durch einen Unfall verstarb. Die auffällig gute Laune Edens erklärt sich durch die Zugehörigkeit zu einer Sekte die vergangene Krisen durch ein Gemeinschaftsgefühl und den Ausblick in die Zukunft zu bewältigen versucht.Regisseurin Karyn Kusama, die für Aeon Flux, als auch für Girlfight verantwortlich zeichnete, lotst recht geschickt die Grenzen zwischen Paranoia und Wirklichkeit aus, wobei die Grenzen sich ständig verschieben. Zunächst ist The Invitation ein Kommentar zur Lage der upper middle class und ihrer first world problems. Leicht beeinflussbar, gutgläubig, oberflächlich, selbstbezogen. 
Die Figuren bleiben allesamt vage gezeichnet, wenig wird preisgegeben, dennoch gerade genug, um sie ernst zu nehmen, sie glaubhaft zu gestalten.
Kasuma bietet im weiteren Verlauf immer wieder kleine und kleinste Hinweisen, die zur Auflösung dieser kleinen Dinner Party führen. Doch genau hier liegt auch einer der Schwachpunkte, zu willkürlich, zu wenig durchdacht wirken diese, oftmals sind es nur Andeutungen, die sich auch gegen Ende nicht zu einem Bild zusammenfügen wollen. Der spannendste Aspekt, die Auswirkungen von Sekten auf die Persönlichkeit, die bis hin zur Selbstaufgabe führen bleiben unterbelichtet.
Der zweite Punkt: das Ende. Wirkt inszenatorisch wie ein Fremdkörper, als wäre die Ideen ausgegangen, die Story vernünftig zu Ende zu bringen, stattdessen regieren nun Gewalt und Action,
konterkariert damit die vorangegangen Minuten, die ruhig, fast behäbig, eine kammerspielartige Stimmung aufbauen.
Dennoch ist The Invitation kein Reinfall, die bedrückende Stimmung, das gute Ensemble, allen voran Michael Huisman, Logan Marshall-Gree und Tammy Blanchard bieten gute spannende Unterhaltung. Leider aber auch nicht mehr.