The Witch

Was wäre, wenn all die Mythen über Dämonen wahr wären, wenn Hexen so real wären wie der Baum im Wald oder der Regen der fällt?
Vor ein paar hundert Jahren, war genau dies real. Zumindest für die Menschen im 17ten Jahrhundert.
Robert Eggers nimmt sich diese Periode vor, um seine Geschichte über eine verstoßene Familie die vielleicht zu sehr ihrem calvinistischen Glauben anhängt.
Allein auf sich gestellt, auf einer kleinen Farm, verschwindet erst der Säugling, die Ernte verfault, aus Ziegeneutern kommt Blut statt Milch.
Mit jeder Saat die eingeht, wächst der Zweifel innerhalb der Familie, tritt die Bigotterie immer stärker zu Tage.
Ist ihr Glaube noch stark genug? Sind sie verflucht? Sind ihre eigenen Kinder besessen?
Betrachtet man das Leben dieser gottgläubigen Familie von außen ist das weit von jeglicher Liebe entfernt. Hass, Eifersucht, Niedertracht beherrschen die Stimmung. Abgeladen meist auf der ältesten Tochter die als Schuldige für all die Katastrophen ausgemacht wird. Doch Egggers verfällt nicht der Versuchung hier eine vermeintlichen Spannungsbogen oder einen Twist einzubauen. Von Beginn an ist klar: Ja, die Hexe gibt es wirklich. Und nicht nur sie ist die einzige Übernatürliche Kreatur. Der Teufel kommt in vielerlei Gestalt. Er nimmt sich alte Quellen und Aufzeichnungen zu Hexereien vor die er teils wortwörtlich als Dialoge einsetzt. Gerichtsverhandlungen (wenn man das damals so nennen konnte), aber auch Märchen europäischen Ursprungs finden sich wieder.  Er dekonstruiert die Fassade die sich auf einem vermeintlich christlich-religösem Fundament baut, die Liebe einfordert, aber nur Hass oder Abneigung erzeugt.  In solch einer Umgebung ist ein leichtes sei es Mensch oder Satan Zwietracht zu säen.  Er lässt am Ende die Frage offen, ob vielleicht die vermeintlich dunkle Seite, das eigentlich Böse nicht doch die wahre Erlösung sein kann. Das muss jeder für sich entscheiden. Eggers scheint seine Antwort gefunden zu haben.